Judo - Der sanfte Weg

Weiter erklärt Tölzer: "Wenn du mit deinem Trainingspartner trainierst, musst [du] dafür sorgen, dass er gesund bleibt, sonst hast du keinen Trainingspartner mehr. Und du musst versuchen, deinen Trainingspartner mit nach oben zu ziehen, damit auch du erfolgreich wirst. Dieses Zusammenspiel ist elementar wichtig, das gibt es so in keiner anderen Sportart. Und schon von Anbeginn bekommt Du auch eingetrichert, immer pünktlich, rücksichtsvoll höflich und ehrlich zu sein."

Von Andreas Tölzer recht präzise auf den Punkt gebracht, beschreibt der Deutsche Judo-Bund in seinen zehn Judo-Werten, was die Judoka auf der Matte vermittelt bekommen sollen:

Quelle: Deutscher Judo-Bund e.V.

Judo als Wettkampfsport

Neben dem großen pädagogischen Potenzial hat Judo aber auch als olympische Wettkampfsportart seinen Reiz. Grundsätzlich ist das Ziel, den Gegner auf den Rücken zu werfen. Gelingt dies, bekommt man einen Ippon (gleichbedeutend mit dem K.O. im Boxen). Die zweite Möglichkeit ist, den Gegner 20 Sekunden lang in einem Haltegriff zu fixieren. Auch dann lautet das Ergebnis: Sieg durch Ippon. Und schließlich kann man seinen Gegenüber - im Allgemeinen durch Armhebel und Würgetechniken - zur Aufgabe zwingen, um den Kampf vorzeitig für sich zu entscheiden. Gelingt all das nicht, so gewinnt derjenige, der in vier Minuten Kampfzeit mehr Punkte (Waza-ari) bekommen hat. Diese erzielt man immer dann, wenn man den Gegner zumindest auf die Seite wirft oder ihn immerhin 10 Sekunden in einem Haltegriff festhalten kann.

Neil Adams, ehemaliger Weltmeister und zweifacher olympischer Silbermedaillengewinner, formuliert das Ganze wie folgt:

Darüber hinaus bietet Judo sowohl für die Blinden und Gehörlosen als auch für die geistig behinderten Sportler (sogenannte G-Judoka) eine interessante Wettkampfsportart. So wurde 1988 Judo schließlich auch ins paralympische Programm aufgenommen. Viele weitere Aspekte erläutert die IBSA (International Blind Sports Association) in ihrem Video:

Geschichte des Judo

Ende des 19. Jahrhunderts entwickelte Kano Jigoro, der zuvor die Techniken zweier Jujutsu-Schulen studiert hatte, die Kampfsportart Judo. Er analysierte die zuvor erlernten Jujutsu-Techniken und sortierte sie danach aus bzw. fügte neue Techniken hinzu, die seinen beiden grundlegenden Prinzipien entsprachen:

Darüber hinaus formulierte Kano drei grundlegende Ziele, die mit dem regelmäßigen Judotraining verfolgt werden sollen: "Das, was ich als Judo bezeichne, beinhaltet drei Ziele: Leibesübung, Kampf und Moral."

Was zunächst etwas abstrakt klingen mag, wird jedoch im Training sehr schnell deutlich. Der rein sportliche Charakter des Judo soll dafür sorgen, dass sich eine angemessene, harmonische Muskulatur, Kraft und Gelenkigkeit entwickeln sowie der Körper insgesamt gesund gehalten wird. Die geistig-moralische Entwicklung wurde schon weiter oben mit den Judo-Werten beleuchtet. Was also noch bleibt, ist die Theorie des Kampfes. Kano stellte hier fünf Grundsätze heraus, die auch allgemein im täglichen Leben Anwendung finden können und sollen. Den fünften Grundsatz ("Sei bescheiden im Erfolg - akzeptiere einen Misserfolg mit Anstand und Würde") beschreibt Kano als das Mysterium des Judo: "Im Sieg nicht stolz zu sein, in der Niederlage nicht aufzugeben. In der Sicherheit nicht nachlässig zu werden und in der Gefahr nicht die Nerven zu verlieren."

Um all diese Ziele zu verfolgen, gibt es heute im Judo 67 Wurftechniken sowie 32 Halte-, Hebel- und Würgetechniken:

Quelle: Wikipedia
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